LOGBÜCHER KREATIVITÄTSTRAINING

Aufbrechen um den Seeweg nach Indien zu finden und dabei
Amerika entdecken

Kreativer Imperativ oder Kreativität als Komplize liberaler Marktwirtschaft

Geschrieben von Carsten Willer. Veröffentlicht in Kreativität

Der Leipziger Wolfgang Ullrich, freier Autor und Kulturwissenschaftler, kommentierte in der NZZ das Dogma unserer Zeit, dass jeder Mensch kreativ zu sein habe und glaubt an dessen destruktive Wirkung.

Dieser kreative Imperativ wird seit mehr als 50 Jahren verbreitet. Die Story dahinter heißt: Man muss nur die Blockaden zu lösen, um die eigenen kreativen Potenziale anzuzapfen.

Schuld daran, dass die meisten Menschen ihre Kreativität nicht ausschöpfen, sind angeblich die Verhältnisse, unter denen wir leben und arbeiten und natürlich wird oft auch der renditegeile Kapitalismus als Übeltäter ausgemacht.

Ullrich beschreibt, wie die Kreativität Spielball von liberaler Marktwirtschaft, Wettbewerb und Rendite wird: „Daher gilt: Wer kreativ ist, kann mehr leisten, Neues entdecken, schneller sein; mit guten Ideen lässt sich Wertschöpfung betreiben.“

Die Kreativität gerät somit in Verdacht, auch verantwortlich für die Auswüchse des Kapitalismus und des Neoliberalismus zu sein. Kreativität ist eine wertvolle Ressource, die unter bestimmten Bedingungen einfach zutage gefördert werden kann.

Dass der Gedanke von Jedermanns Kreativität einfach nur falsch sein könnte, wird heutzutage nicht einmal diskutiert. Im Gegenteil, ein Leben ohne schöpferisches Schaffen gilt als unerfüllt und unvollkommen. Sollte das schon die Antwort bei der Suche nach dem Unsinn des Lebens sein?

Hier geht’s zum Beitrag in der NZZ: Die Tyrannei der Kreativität

Hier geht’s zu einem verwandten Beitrag: Alle Menschen sind von Natur aus kreativ: Ja? Nein. Vielleicht?

Kreativer Imperativ oder Kreativität als Komplize liberaler Marktwirtschaft

Seite weiterempfehlen