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Nachruf: Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenbergs fehlende „Kreativität“ beim Umformulieren fremder Gedanken

Geschrieben von Carsten Willer. Veröffentlicht in Fundstücke

Mal angenommen, Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg hätte alle von ihm verwendeten fremden Gedanken nicht einfach nur abgeschrieben und „vergessen“ sie als Zitat zu kennzeichnen, sondern er hätte sich die Mühe gemacht, diese fremden Gedanken einfach nur mit eigenen Worten wiederzugeben.

Die vermutliche Folge: Niemand hätte etwas gemerkt. Der Doktortitel wäre der kleine Bruder des Adelstitels geblieben. Und die CSU hätte in nicht allzu ferner Zukunft vor Freude über einen Bundeskanzler Karl Theodor Freiherr von Guttenberg den Weißbierabsatz in Bayern verdoppeln können.

Aber ist die gezielte „Kreativität“ beim Umformulieren fremder Gedanken nicht auch Gedankenklau? Ist dabei der Vorsatz zur Verschleierung des Betruges nicht auch gegeben? Und passiert genau das nicht täglich tausendfach in Deutschland und in der ganzen Welt? In Hausarbeiten, Diplom-, Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten?

Ist nicht ein Großteil des Inhalts dieser Arbeiten erworbenes Wissen, dessen Quellen dem Autor überhaupt nicht bewusst sind? Ist der Erkenntnisanteil in diesen Arbeiten nicht meistens verschwindend gering? Wird die Form nicht häufig wichtiger genommen als der Inhalt?

Warum verschließen alle Beteiligten vor diesen Tatsachen geschlossen die Augen? Müsste man deshalb nicht grundsätzlich über das System des wissenschaftlichen Arbeitens nachdenken?

Und nicht nur über den Rücktritt eines Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg, der in dieser Angelegenheit nur eine „Fußnote“ ist und meines Erachtens seine Chance zu Recht verspielt hat.
Nachruf: Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenbergs fehlende „Kreativität“ beim Umformulieren fremder Gedanken

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