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Machen Ideen wirklich reich oder sind Kreative ganz arm dran?

Geschrieben von Carsten Willer. Veröffentlicht in Fundstücke

Was kostet Kreativität? Sind Kreative die schlechteren Kaufleute? Und wer bestimmt, was eine Idee wert ist? Diesen Fragen ging diepresse.com kürzlich nach und kam zu Ergebnissen, die Kreativen und solchen, die es werden wollen, eigentlich Angst machen müssten.

Österreichische Kreative aus den Sparten Musik, Literatur, Film oder Darstellende Kunst müssen demnach durchschnittlich mit 12.400 Euro netto im Jahr auskommen. Jeder fünfte Berliner Designer soll von weniger als 925 Euro (die offizielle Armutsgrenze in Deutschland) im Monat leben.

Kreativität macht also arm. Und das in Zeiten, in denen fast marktschreierisch nach immer mehr Kreativität verlangt wird. Stellt sich die Frage, ob auf diesem Markt die Mechanismen von Angebot und Nachfrage nicht funktionieren?

Der Kreativitätsbericht 2010 der Creative Wirtschaft Austria, stellt hingegen fest, dass die Umsatzrentabilität in der Kreativbranche bei über fünf Prozent liegt – im Vergleich zu durchschnittlich zwei Prozent in der Gesamtwirtschaft. Allerdings sind in dieser Statistik keine Freiberufler, sondern nur bilanzierende Unternehmen berücksichtigt.

Und hier liegt wohl das Problem. Wenn wir solche Beiträge lesen, kann schnell der Eindruck entstehen, dass Kreative schlecht bezahlt werden. Doch wenn man genauer hinschaut, ist es wohl eher so, dass dieses von Statistiken gezeichnete Bild weniger mit der Leistung Kreativität, sondern viel mehr mit der besonders ausgeprägten Freiberuflichkeit innerhalb der Branche zu tun hat.

Überdenkenswert ist auch das alte Rollenverständnis, der sogenannten Kreativbranche fast ausschließlich Künstler, Filmschaffende, Musiker, Literaten oder Designer zuzuordnen.

Denn wir haben heutzutage in jedem Unternehmen Kreative, die neue Produkt-Ideen, neue Marketing-Ideen oder ganz neue Geschäftsfelder entwickeln? Wo werden diese Leute statistisch erfasst? Arbeiten wir nicht eigentlich schon alle in der Kreativbranche?

Machen Ideen wirklich reich oder sind Kreative ganz arm dran?

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