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Denk-Kappe. Zu Risiken und Nebenwirkungen von neu gewonnener Kreativität fragen Sie Allan Snyder.

Geschrieben von Carsten Willer. Veröffentlicht in Hirnforschung

Erst vor einer Woche ging die Studie des Australiers Allan Snyder um die Welt (siehe auch Kreativität aus der Steckdose). Jetzt legen die Forscher des Centres for the Mind mit der Denk-Kappe nach.

Und so steigert man seine Kreativität: Man setze sich die sogenannte Denk-Kappe auf, malträtiere sein Hirn mit leichten Stromstößen, unterdrücke damit die Aktivität der linken Gehirnhälfte, die für das Wissen zuständig sein soll und rege die Aktivität der rechten Gehirnhälfte an, die für die Kreativität verantwortlich sein soll.

Auf die Idee Denk-Kappe wollen die Forscher gekommen sein, als sie beobachteten, dass Unfallopfer einen plötzlichen Kreativitätsschub erlebten, nachdem ihre linke Gehirnhälfte geschädigt worden war. So verbreiten es fast alle Medien, wie z. B. Stern, Welt oder RP.

Ich bin ja sehr aufgeschlossen gegenüber allem Neuen. Aber bei dem Gedanken an die Denk-Kappe schießen meine Neuronen mit Schrot und meine Synapsen neigen zu Kurzschlüssen. Sprich: In meinem unstimulierten Hirn entsteht Chaos bei der Verarbeitung der Informationen.

Denk-Kappe anstatt Denkhüte für mehr Kreativität

Einerseits reden die Forscher von Kreativität, andererseits mussten die Probanden Mathematik-Aufgaben lösen. Geht es bei der Denk-Kappe nun um Kreativität oder um Logik?

Die totale Vereinfachung – linke Gehirnhälfte Ratio und Wissen, rechte Gehirnhälfte Emotio und Kreativität – wird von Wissenschaftlern auch immer wieder heiß diskutiert. Und wenn wir mit eingeschränkter linker Gehirnhälfte kreativer sein sollen, hieße das ja auch, dass wir für innovative Ideen kein Wissen brauchen. Geht es nicht eher darum, Denkmuster zu zerstören?

Außerdem sagen die Forscher selbst, dass Sie im Prinzip noch gar nicht genau wissen, was durch die Denk-Kappe genau im Hirn geschieht. Was sagt eigentlich Ed de Bono, der Erfinder der herkömmlichen Denkhüte, dazu?

Bevor wir also die Elektroden der Denk-Kappe an unsere Kopfhaut lassen, könnten wir genauso gut LSD oder Marihuana verwenden, um unsere Denkmuster zu zerstören. Bei Letzteren kennen wir wenigstens die Risiken und Nebenwirkungen.

Kreativität steigern und Natur
Kreativität steigern und Drogen
Kreativität steigern und Farben
Kreativität steigern im Schlaf

Denk-Kappe. Zu Risiken und Nebenwirkungen von neu gewonnener Kreativitaet fragen Sie Allan Snyder.

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