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Volkskrankheit Digitale Demenz: Viele sind wohl schon infiziert und dreschen nicht nur über digitale Medien auf Prof. Manfred Spitzer ein

Geschrieben von Carsten Willer. Veröffentlicht in Hirnforschung

Volkskrankheit Digitale Demenz: Viele sind scheinbar infiziert und dreschen nicht nur über digitale Medien auf Prof. Manfred Spitzer einBevor man sich an der Diskussion über das Buch Digitale Demenz von Prof. Manfred Spitzer beteiligt, sollte man es zuerst einmal selbst durchgelesen haben. Bei vielen der maßlosen Kritiker, egal ob in Talkshows oder in digitalen Medien, könnten selbstdenkende Menschen das bezweifeln.

Es geht nun mal nicht darum, digitale Medien im Allgemeinen zu dämonisieren. Sie sind das Beste, was der modernen Kommunikation passieren konnte. Es geht im Besonderen darum, dass digitale Medien in unserem Hirn etwas bewirken. Denn jedes Hirn entwickelt sich so, wie es benutzt wird. Und darüber müssen Hirnforscher einfach nachdenken dürfen.

Mit seinem Buch Digitale Demenz hat Prof. Manfred Spitzer der heutigen vorherrschenden „Ideologie“, dass digitale Medien ohne wenn und aber die Heilsbringer der Zukunft sind, etwas entgegengesetzt. Denn bei allen neuen Chancen, die digitale Medien eröffnen, darf man die Risiken nicht einfach ausblenden. Und die liegen offensichtlich im Nutzen für das Lernen für Kinder und Jugendliche.

Dass Prof. Manfred Spitzer mit seinem Buch Digitale Demenz ins Schwarze getroffen hat, zeigt die überaufgeregte Reaktion nicht nur der Internetgemeinde. Wenn nämlich nichts dran wär an seinen Thesen, wäre die Aufregung derjenigen, die ihre eigenen Interessen bedroht sehen, auch nicht so groß.

Und wer als erfahrener Erwachsener selbst seine eigene Mediennutzung einfach mal ehrlich hinterfragt, muss feststellen, dass Googeln immer öfter das eigene Denken ersetzt, dass E-Mail-Verteiler Zeit rauben und ablenken und dass personalisierte Suchergebnisse uns in unserem Denken eher beschränken, als dass sie unseren Horizont erweitern.

Die Kreativität wird in dem Buch Digitale Demenz leider nicht genauer thematisiert. Obwohl digitale Mediennutzung auch in diesem Punkt ihre Spuren in unserem Hirn hinterlassen dürfte. Gefühlt müssten sich die digitalen Medien durch die vielen möglichen Impulse positiv auf das kreative Leistungsvermögen der Nutzer auswirken.

Wenn unser Hirn sich allerdings von Natur aus ökonomisch verhält wie fließendes Wasser, das sich immer den Weg des geringsten Widerstands sucht, dann sieht es auch für die Zukunft der Kreativität nicht so gut aus.

Denn nach Lösungen im Internet zu suchen ist eben viel einfacher, als selbst kreative neue Lösungen zu entwickeln. Die Antwort auf die Frage, ob digitale Demenz auch bedeutet, dass die Fähigkeit des kreativen Denkens durch digitale Medien Schaden nehmen kann, steht also noch aus.

Volkskrankheit Digitale Demenz: Viele sind scheinbar schon infiziert und dreschen über digitale Medien auf Prof. Manfred Spitzer ein  Fazit: Digitale Medien haben unser Leben in historisch sehr kurzer Zeit radikal verändert und diktieren in vielen Bereichen unser tägliches Handeln. Deshalb ist es längst überfällig, sich mit diesem Diktat auseinanderzusetzen. Damit digitale Medien wirklich die Heilsbringer der Zukunft werden können.

Wenn das Buch Digitale Demenz von Prof. Manfred Spitzer nur der Anstoß ist, über die Thematik mit etwas emotionalem Abstand und ohne ideologische Scheuklappen nachzudenken, ist das schon ein erster Schritt gegen die digitale Demenz.

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Digitale Potenz (Prof. Dueck) vs. Digitale Demenz (Prof. Spitzer) bei YouTube

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