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Sensorische Deprivation: Machen Halluzinationen kreativ?

Geschrieben von Carsten Willer. Veröffentlicht in Kreativitätstechniken

Sensorische Deprivation (Reizentzug) – Halluzinationen sind nicht immer das Ergebnis psychischer Erkrankungen oder von Drogen. Entzieht man einem Menschen vorübergehend alle äußeren Sinneseindrücke (sensorische Deprivation), produziert sein Gehirn schon nach kurzer Zeit irreale Bilder und Geräusche.

Sensorische Deprivation: Können Halluzinationen zu den Kreativitätstechniken gezählt werden? Gehirn & Geist

Der Neuropsychologe Erich Kasten erklärte in der Gehirn & Geist, warum sensorische Deprivation Halluzinationen hervorrufen. Die sollen entstehen, weil die Nervenzellen in den sensorischen Regionen im Gehirn permanent auf Impulse angewiesen sind.

Bleiben sie aus, beginnen die Nervenzellen sich mit sich selbst zu beschäftigen und produzieren irreale Sinneseindrücke. Dabei greifen sie wahrscheinlich auf gespeicherte Inhalte im Gehirn zurück und kombinieren diese gegebenenfalls ganz zufällig miteinander. Diese irrealen Sinneseindrücke in Folge des Reizentzugs (sensorische Deprivation) schaffen es dann offensichtlich ins Bewusstsein zu gelangen.

Macht sensorische Deprivation kreativ?

Das klingt fast danach, die Halluzinationen infolge Reizentzugs (sensorische Deprivation) in den Kreis der Kreativitätstechniken aufnehmen zu können – Versuch macht klug (kreativ)?

Einfach in einer ruhigen Umgebung hinlegen und Augen schließen (Ist das schon sensorische Deprivation?), an nichts denken und auf das Schwarze der Innenseiten der Augenlider konzentrieren und natürlich wach bleiben. Dann sollen laut Autor Erich Kasten bei den meisten Menschen schon nach kurzer Zeit seltsame visuelle Phänomene auftreten.

In wieweit sensorische Deprivation und daraus entstehende Halluzinationen der eigenen Kreativität auf die Sprünge helfen können, muss wohl jeder selbst ausprobieren.

Hier geht’s zu SPON zum Beitrag aus der Gehirn & Geist über sensorische Deprivation und Halluzinationen (Kreativitätstechniken exklusive).

Begriffserklärung: Sensorische Deprivation

"Sensorische Deprivation ist der Entzug (Deprivation) von sensorischen Reizen (also Sinneseindrücken, siehe auch Wahrnehmung). Die Bezeichnungen Reizentzug und Reizdeprivation werden als Synonyme für sensorische Deprivation verwendet, jedoch deutlich seltener." (Wikipedia)

"Deprivation (lat. deprivare ‚berauben‘) bezeichnet allgemein den Zustand der Entbehrung, des Entzuges, des Verlustes oder der Isolation von etwas Vertrautem sowie das Gefühl einer Benachteiligung." (Wikipedia)

 

 

 

Mein Hirndoping-Experiment: Reizentzug (sensorische deprivation) im Samadhi Tank

Kreativität aus dem Samadhi-Tank – Mein Hirndoping Experiment mit totalem Reizentzug beim Floating

Geschrieben von Carsten Willer. Veröffentlicht in Experimente

Die Vorschusslorbeeren versprachen einiges: Es wirke fast wie LSD oder Meditation im Express-Tempo. Es sei ein Urerlebnis. Was in den 50-iger Jahren mit dem vom amerikanischen Neurophysiologen John Lilly am National Institutes of Health entwickelten Samadhi-Tank begann, hat als Floating längst die Wellness-Tempel dieser Welt erobert.

Floating mit totalem Reizentzug soll wie Hirndoping sein. Wenn wir die äußeren Reize verbannen, können wir eine Reise ins Nirvana buchen. Unser Bewusstsein schicken wir in den Urlaub und unser Unterbewusstsein übernimmt die Macht, um uns in andere Sphären zu befördern.

Das Prinzip Floating ist ganz einfach: Man nehme 30 bis 40 Zentimeter tiefes, körperwarmes Wasser, das so ausgesalzen ist, um einen Menschen zu tragen. Die Raumluft wird auch auf Körperwärme temperiert.

Floating wie im Samadhi-Tank  Floating wie im Samadhi-Tank

Und dann muss natürlich, anders als beim gewöhnlichen Wellness-Trip, alles licht- und schalldicht sein. Die drei Affen lassen grüßen: Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen fühlen und natürlich fast schwerelos im Wasser schweben.

Mein erster Versuch vor mehr als zwei Jahren war eher enttäuschend. Vielleicht war die Erwartungshaltung zu groß und hat das „Loslassen“ behindert.

Also nächster Versuch: Einfach treiben lassen. An nichts denken. Nichts erwarten. Nach wenigen Minuten spürte ich nur noch Atemfrequenz und Rhythmus meines Herzschlags. Aber auch meine Verspannung in der rechten Schulter. Die Muskulatur entspannt offensichtlich nicht beim Floating.

Glaubt man einigen Wissenschaftlern, sollen die Pegel von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin beim Floating sinken und das Schmerzempfinden soll während des Floatings auf ein Minimum sinken. Meine Verspannung lehrte mich dieses Mal aber etwas anderes.

Wie soll sich Hirndoping eigentlich anfühlen?

  Wie soll sich Hirndoping eigentlich anfühlen?

Die Aktivität meines Gehirns soll dann außerdem mit einer Frequenz von drei bis acht Hertz schwingen und mir das Tor zum Unbewussten öffnen – was auch immer das heißt. Und dann müsste sich vor allem die kreative rechte Hirnhälfte zu Wort melden, während die sonst dominante linke Hirnhälfte Ferien macht.

Habe ich nicht irgendwann vernommen, dass die Story von linker und rechter Hirnhälfte schon im letzten Jahrtausend ins Reich der Märchen und Sagen verbannt wurde?

Es war ja schon ein Wunder, dass ich nicht gleich eingeschlafen bin, denn normalerweise dauert das bei mir in der Horizontalen x plus 10 Sekunden. Dann passierte doch noch etwas: Ein paar Lichtblitze, die bei geöffneten Augen das Dunkel durchbrachen. Die versprochenen Tagträume blieben aber wieder aus.

Als das Licht plötzlich anging, registrierte ich allerdings, dass mein Zeitempfinden offensichtlich gestört war. Die Stunde war schon um – sehr viel schneller als ich es vermutet hatte.

Nach meinem Floating Experiment fühlte ich mich aber richtig gut entspannt. Zum Relaxen scheint es ein probates Mittel zu sein. Aber als sogenanntes Hirndoping hat es bei mir wohl wieder nicht funktioniert, jedenfalls nicht wahrnehmbar. Es ist gar nicht so einfach, gar nichts zu erwarten. Vielleicht muss man auch das Floating mit totalem Reizentzug auch Sensorische_Deprivation genannt  trainieren – wie alles im Leben.

Sensorische Deprivation: Können Halluzinationen zu den Kreativitätstechniken gezählt werden?

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