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Wie viel Kreativität steckt in unseren Genen und wie wenig in unserem Gehirn?

Geschrieben von Carsten Willer. Veröffentlicht in Kreativitätsforschung

Sind wir kreativ und wenn ja, warum nicht mehr? Unser Selbstbild setzt sich in unserem Gehirn zusammen und ist das Ergebnis aus biologischen, sozialen und psychologischen Einflüssen. Und unser Gehirn prägt nicht nur unser Handeln, sondern das Handeln wirkt auf das Gehirn zurück.

Das heißt einerseits auch, dass wir von Natur aus ein bestimmtes Maß an kreativem Talent mit in die Wiege gelegt bekommen. Kreativität als Geschenk der Biologie in Form von Genen quasi, auf das wir keinen Einfluss haben.

Andererseits wirkt unsere Sozialisation auf uns ein. Elterliche und schulische Erziehung, persönliche Erlebnisse mit Kreativität und kreativen Menschen fördern biochemische Vorgänge in unserem Gehirn und verändern es ohne unser Zutun.

Und zu guter letzt hat unsere eigene Einstellung Einfluss auf die gelebte Kreativität. Will ich kreativ sein bzw. glaube ich an meine Kreativität, dann stellt sie sich auch ein – bei einigen mehr, bei anderen weniger. Wobei die persönliche Einstellung wiederum abhängig ist von der Biologie und der Sozialisation.

Ist Kreativität also einfach nur Glückssache?

Die interessantere Frage, die sich daraus ergibt, ist aber die nach dem Anteil. Das heißt, wie viel machen die Gene aus, wie viel die Sozialisation und wie viel oder wie wenig können wir unsere Kreativität selbst bewusst beeinflussen?

Und hier gehen die Meinungen bekanntermaßen weit auseinander. Angefangen bei Thomas Alva Edison, der gesagt haben soll „Genie ist 1 Prozent Inspiration und 99 Prozent Transpiration.“ Über die vielen Coaches, die da sagen „Kreativität kann jeder lernen“.

Bis hin zu einigen Hirnforschern, die uns jegliche Willensfreiheit im Denken absprechen. Wenn die letztere Annahme bewiesen werden könnte, hätten wir endlich eine Ausrede, falls uns mal die Ideen ausgehen sollten.

Alle derzeitigen Antworten auf die Frage „Woher kommt die Kreativität?“ basieren wohl weniger auf Wissen und mehr auf Glauben.

Da bleibt uns also erstmal nichts anderes übrig, als an die Kreativität im Allgemeinen und an unsere eigene Kreativität im Besonderen zu glauben – bis wir mehr wissen.

Kreativität Gene

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