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Kreativitätsforscher um Allan Snyder experimentieren mit Hirnstimulation, um Denkmuster aufzubrechen und Kreativität zu steigern

Geschrieben von Carsten Willer am 27. Juni 2013. Veröffentlicht in Kreativitätsforschung

Kreativitätsforscher rund um Enfant terrible Allan Snyder von der University of Sydney berichten in der Gehirn und Geist, wie sie versuchen, mit Hirnstimulation den mentalen Filter im Gehirn durchlässiger zu machen und normal begabten Menschen kurzzeitig zu mehr Kreativität zu verhelfen.

Die Kreativitätsforscher arbeiten einerseits mit der transkraniellen Magnetsimulation, wo ein starkes Magnetfeld bestimmte Hirnareale hemmt oder aktiviert, und andererseits mit der transkraniellen Gleichstromstimulation, wo ein schwacher Strom die Erregbarkeit der Nervenzellen verändert.

Unser Gehirn ist meisterlich darin, Sinnesreize und Informationen zu filtern und nur für uns Wichtiges ins Bewusstsein gelangen zu lassen. Was wichtig ist, hängt von unseren bisher gemachten Erfahrungen und erworbenem Wissen ab. Aktiven Einfluss auf diese Prozesse haben wir offensichtlich nicht.

Kreativität und Denkmuster

So entstehen überlebenswichtige Denkmuster, ohne die wir im täglichen Leben völlig überfordert wären. Aber diese Denkmuster behindern uns auch dabei, neue Einsichten jenseits des Gewohnten zu gewinnen.

Diese Denkmuster versuchen die Kreativitätsforscher mittels Hirnstimulation kurzzeitig aufzubrechen. Bei der transkraniellen Magnetsimulation, mit der das angeblich auch gelingen soll, ist die Apparatur sperrig und kostspielig.

Mit der vielversprechenderen transkraniellen Gleichstromstimulation, bei der in Experimenten der linke vordere Schläfenlappen gehemmt wurde, berichten die Kreativitätsforscher von eindeutigen Ergebnissen, die in einer Folgestudie bestätigt werden konnten. Mit Hirnstimulation können also Denkmuster überwunden werden.

Allan Snyder und Hirnstimulation

Der kritische Leser könnte jetzt fragen, wozu das alles gut ist. Es scheint im Moment unvorstellbar, diese Erkenntnisse in der Praxis zu nutzen. Vor einiger Zeit hatte Allan Snyder schon mit seiner Denkkappe, die ebenfalls mit Hirnstimulation funktioniert, für Aufmerksamkeit und bei vielen auch für ein Lächeln gesorgt. Man muss wohl seine gewohnten Denkmuster durchbrechen, um aus diesen Experimenten praxistaugliche Anwendungen abzuleiten.

Kreativitätsforscher Allan Snyder sagt dazu, es sei nicht sein Ziel, vorhandene Fähigkeiten zu verbessern, sondern geistige Barrieren zu durchbrechen, die das Ergebnis langjähriger Lernprozesse sind.

Transkranielle Magnetsimulation
Transkranielle Gleichstromstimulation

Kreativitätsforscher rund um Allan Snyder experimentieren mit Hirnstimulation, um Denkmuster aufzubrechen und Kreativität zu steigern

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