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Liegt Kreativität in den Genen? Studie Kreativitätsforschung

Geschrieben von Carsten Willer. Veröffentlicht in Kreativitätsforschung

Der Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen und gesteigerter Kreativität wurde schon oft von der Kreativitätsforschung thematisiert. Auch wissenschaftlich Unbedarfte vermuten: Genie und Wahnsinn scheinen Verwandte ersten Grades zu sein.

Eine jetzt auf Natur Neuroscience veröffentlichte Studie zum Thema Kreativitätsforschung behauptet, dass es zwischen hoher Kreativität und psychischen Erkrankungen einen genetischen Zusammenhang gibt.

Ein Team um den isländischen Kari Steffanson von der Universität Reykjavik will das herausgefunden haben. Die Kreativitätsforscher fahndeten im Erbgut von 150.000 Menschen nach Erbanlagen für ein erhöhtes Krankheitsrisiko in puncto Schizophrenie oder bipolarer Störung und überprüften die Ergebnisse mit den Daten von 86.000 Isländern, 9000 Schweden und 18.000 Niederländern.

Das Ergebnis der Studie

Kreative Menschen mit Berufen wie Schauspieler, Tänzer, Musiker, bildender Künstler oder Autor haben überdurchschnittlich viele Gene, die für ein erhöhtes Risiko, an Schizophrenie oder bipolarer Störung zu erkranken, bekannt sind.

Bleibt die Frage, ob man z. B. Schauspielern, Tänzern, Musikern etc. eine überdurchschnittlich hohe Kreativität zusprechen kann. Die meisten von Ihnen verstehen sicherlich ihr Handwerk meisterhaft, schaffen aber nie im Leben etwas Neues. Da wären wir wieder bei der Definition von Kreativität. Es ist zum verrückt werden.

Plausibler scheint da die Studie aus dem Jahr 2005 von Bradley Folley und Sohee Park der Vanderbilt-Universität in Nashville zu sein, die sie in der Fachzeitschrift Schizophrenia Research veröffentlichten.

Die Kreativitätsforscher verglichen damals die Fähigkeit zum kreativen Denken bei psychisch gesunden und schizotypen Probanden. Die schizotypen gelangten der Studie zufolge zu deutlich kreativeren Lösungen als die gesunden Probanden.

Ursache der festgestellten höheren Kreativität ist nach Ansicht der Kreativitätsforscher, dass schizotype ihre rechte Gehirnhälfte intensiver nutzen als normale Menschen.

Schizophrenie
Verbreitung: etwa ein Prozent der Bevölkerung (also 800.000 Menschen in Deutschland zumindest einmal im Lauf ihres Lebens)

Erkrankung: fundamentale Störungen des Denkens und der Wahrnehmung eines Menschen

Bipolare Störung
Verbreitung: etwa fünf Prozent der Bevölkerung (also vier Millionen Menschen in Deutschland)

Erkrankung: auch manisch depressive Erkrankung genannt, ist eine Affektstörung, die abwechselnd in Richtung Depression und Manie zielt

Zum Beitrag: Genies und Wahnsinnige teilen sich das gleiche Gen

Zum Beitrag: Kreativität und Schizophrenie gehen Hand in Hand

Update: 18. September 2015

Mehr Studien Kreativitätsforschung

Noch mehr Links:

The Guardian: New study claims to find genetic link between creativity and mental illness

Medical Xpress: Is neuroticism fueled by overthinking?

Life Science: Fine Line Revealed Between Creativity and Insanity

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