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Stereotype Studie: Vorurteile für mehr oder weniger Kreativität

Geschrieben von Carsten Willer. Veröffentlicht in Kreativitätsforschung

Wer sich vorstellen kann, wie ein exzentrischer Poet zu denken, ist automatisch kreativer als derjenige, der fest daran glaubt, er wäre ein steifer Bibliothekar. Das wollen die amerikanischen Kreativitätsforscher Denis Dumas und Kevin Dunbar der University of Maryland in einer Studie herausgefunden haben.

Es ist wissenschaftlich seit langem unbestritten, dass man unbewusst gemäß der Stereotype einer Gruppe handelt, wenn man sich dieser Gruppe zugehörig fühlt.

Stereotype sind vereinfachende Vorstellungen bzw. Vorurteile über Menschentypen, die auf Mustern basieren, die im täglichen Umgang nicht mehr hinterfragt werden.

Obwohl diese Vorurteile, die tief in uns verankert sind, oft nicht der objektiven Realität entsprechen, helfen uns Stereotype, um die Komplexität des Lebens zu reduzieren und die Interaktion mit Menschen anderer Gruppen zu vereinfachen.

Studie Kreativität: „Gefühlte“ Stereotype beeinflussen unser Handeln

Dass solche Vorurteile das Handeln auch beeinflussen können, wenn man sich nur in Stereotype hineinversetzt, ist die neue Erkenntnis der Studie der Kreativitätsforscher.

Für die entsprechende Studie wurden die Probanden in drei Gruppen eingeteilt. Die Mitglieder der ersten Gruppe mussten sich vorstellen, wie exzentrische Poeten zu denken, die zweite wie steife Bibliothekare und die dritte bekam keine Vorgaben.

Alle Probanden mussten sich dann für zehn Gegenstände so viele verschiedene Verwendungsmöglichkeiten wie möglich ausdenken. Die Ergebnisse wurden sowohl nach Quantität als auch nach Qualität in puncto Kreativität bewertet.

Im Ergebnis der Studie waren die „gefühlten“ exzentrischen Poeten in Menge und Originalität wirklich die kreativste Gruppe. Und die steifen Bibliothekare waren noch weniger kreativ als die Kontrollgruppe. So kann man es jedenfalls im Journal PLOSONE nachlesen.

Die neue daraus resultierende Kreativitätstechnik heißt also: Einfach in Gedanken in die Rolle Picassos, Edisons oder van Goghs schlüpfen und schon klappt es mit den Geistesblitzen – ganz ohne Vorurteile bzw. Stereotype.

Standardized fluency and originality scores in each of three conditions

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: doi:10.1371/journal.pone.0142567.g001

 

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